Kniefall – so bringst Du Deinem Pferd diese Lektion bei

Heute möchte ich dir ein paar Ideen für etwas Kopfarbeit mit auf den Weg geben.

Denn auch wenn sich unsere Pferde bei dem sommerlichen Temperaturen nicht allzu viel physisch anstrengen sollten, so sind Übungen, bei denen sie ins Grübeln kommen die perfekte Auslastung!

Dazu eignen sich allerlei Zirkuslektionen oder Intelligenzspiele – deiner Kreativität sind dabei eigentlich keine Grenzen gesetzt!

Vom Tauchen nach Äpfeln im Wassereimer, zum Teppich ausrollen bei der Leckerlisuche oder Hütchen umschubsen und wieder aufstellen bis hin zu gymnastisch wertvollen Lektionen wie der Bergziege gibt es tausende Möglichkeiten dein Pferd zu beschäftigen. 

Heute soll es mal ums Thema „Knien“ gehen – und wie du diese Übung deinem Pferd Schritt für Schritt beibringst.

Die Vorarbeit

Das Knien ist eine Lektion für die es erst etwas Vorarbeit braucht. Sie ist – wie fast alle Zirkuslektionen – natürlich trotzdem aus dem natürlichen Verhaltensrepertoire der Pferde. 

Wenn du ein Pferd beispielsweise beim Hinlegen beobachtest, beginnen die meisten Pferde das Ablegen mit einem Knien aus dem sie sich anschließend fallen lassen. 

Es gibt wie immer viele Wege wie du deinem Pferd das Knien beibringen kannst, aber meine Lieblingsvariante ist es tatsächlich, dieses natürliche Verhalten zu nutzen.

Das bedeutet, dass du, bevor du mit deinem Pferd ans Knien gehst, sowohl das Ablegen auf dein Signal hin als auch das innehalten in der Bewegung bzw. das still stehen auf ein bestimmtes Stimmkommando hin bereits trainiert haben solltest.

Geduld – still stehen auf mein Stimmkommando

„Ho“ – mein Stimmkommando für das Verharren – übst du am besten zu Beginn im Stehen.

Du bringst deinem Pferd also bei, auf das Kommando „Ho!“ hin an Ort und Stelle stehen zu bleiben.

Das können am Anfang auch nur ein paar Sekunden sein. Wichtig ist, dass du die Dauer nur langsam Schritt für Schritt verlängerst und dich Stück für Stück weiter entfernst. 

Du kannst beispielsweise später um dein Pferd herum laufen oder sogar schon mal die Halle abäpfeln – dein Pferd sollte währenddessen einfach entspannt und ruhig stehen bleiben und wissen, dass es jetzt Pause hat.

Am Anfang entfernst du dich jedoch nur ein oder zwei Schritte gibst das Signal zum Stehen und kommst daraufhin sofort zurück und belohnst dein Pferd.

Rufe es, bis das Signal gefestigt ist, auch nicht aus seiner Position zu dir – das könnte das Warten zukünftig erschweren.

Klappt das „Abstellen“ nun aber schon wirklich gut, kannst du anfangen dein Pferd aus der Bewegung heraus zu stoppen. Zuerst natürlich aus dem Schritt, später auch aus dem Trab und aus dem Galopp.

Hast du jetzt mit deinem Pferd auch noch das Hinlegen erarbeitet, kannst du es auf seinem Weg im Knien stoppen.

Das Knien mit Hilfe des Kompliments

Da es bei vielen Pferden aber recht lange dauert ihnen das Hinlegen beizubringen, möchte ich dir hier noch eine zweite Variante vorstellen.

Dabei bringst du deinem Pferd auf beiden Seiten das Kompliment bei.

Reagiert dein Pferd nun gut auf das Antippen des Beins mit der Gerte und kommt zuverlässig ins Kompliment, kannst du beide Beine gleichzeitig antippen – viele Pferde reagieren dann impulsiv und knien sich hin.

Das darfst du natürlich gebührend feiern 😉 

Du kannst dein Pferd aber auch zuerst nach dem Kompliment auf seiner schwereren Seite fragen und es dann im Kompliment dazu auffordern, auch das zweite Bein nach hinten zu nehmen. 

Welche Variante bzw. welchen Weg du dabei gehst, hängt wie immer vor allem von dir und deinem Pferd ab.

Das Knien ist auf jeden Fall mal wieder ein gutes Beispiel, dass viele Wege nach Rom führen – ich bin mir nämlich sicher, es gibt noch weitere 😉 

In meinem Video zeige und erkläre ich dir heute nochmal kurz und knackig, wie ich das Knien erarbeite. Oft macht nur die Idee eines Trainingswegs den wirklichen Unterschied – denn dass du ein guter Trainer bist, beweist du deinem Pferd Tag für Tag. 

 

Denk immer daran: Jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist ein Schritt zu mehr Vertrauen, Freude und Harmonie – und das ist doch, worauf es mit unseren Pferden ankommt.

Denn es macht auch unheimlich viel Spaß sich auf die Ideen des Pferdes einzulassen und ganz intuitiv zu reagieren – eine schöne gemeinsame Zeit ist schließlich das, worauf es wirklich ankommt <3 

In diesem Sinne viel Spaß beim Üben!

Alles Liebe

Deine Kenzie

​"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG