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Das Herzstück der Freiheitsdressur: Das Zirkeln

Ganz egal, welche Übung du mit deinem Pferd angehst – in der Freiheitsdressur kommst du am Zirkeln nicht vorbei.

Das Zirkeln ist das Herzstück der Freiheitsdressur, sozusagen der Grundschritt in eurem gemeinsamen Tanz.

Doch ein gutes Fundament zu bauen ist nie einfach und häufig gibt es kleinere oder größere Baustellen, die uns immer wieder vor Herausforderungen stellen.

Und darum soll es heute gehen 😉

Das Zirkeln

Mein Ziel beim Zirkeln ist es in erster Linie, dass sowohl ich als auch mein Pferd das unsichtbare Band spüren können, das uns mit oder ohne Seil verbindet.

Deshalb mag ich es, wenn das Pferd wirklich nach innen gebogen ist und seinen ganzen Fokus auf mich legt. Das ist oft leichter, umso näher das Pferd bei mir ist – deshalb ist der Zirkel am Ende sehr klein.

Doch es braucht natürlich Training bis ein Pferd so viel Kraft hat, um sich auszubalancieren.

Du kannst also für den Anfang auch mit einem größeren Zirkel starten, um dein Pferd nicht zu überfordern – doch nimm dein Pferd auf jeden Fall ans Seil.

Denn dein Pferd soll gar nicht erst lernen, dass es weglaufen kann, sondern diese Übung als stabile Basis in einem sicheren Rahmen erleben, aus der viele andere Lektionen entstehen können. 

Kommunikation & Körpersprache

Nun geht es an die Kommunikation mit deinem Pferd.

Denn wir wollen unserem Pferd zeigen, dass wir seine Sprache sprechen – und es unsere Körpersprache nicht länger ignorieren, sondern wahrnehmen und interpretieren darf.

Nicht selten lernen unsere Pferde – die absoluten Profis in Sachen Körpersprache und nonverbalen Konversation! – nämlich, dass wir nicht meinen, was unser Körper ausdrückt, dass wir uns dessen gar nicht bewusst sind und sie unsere Signale im besten Fall ignorieren sollten.

Deshalb ist es wichtig, dass du dir von jetzt an (und in alle Zeit!) bewusst machst, welche Signale dein Körper aussendet.

Denn du sendest immer, zu jedem Zeitpunkt ein Signal für dein Pferd. Und das sollte im besten Fall dazu führen, dass dein Pferd weiß, was du von ihm möchtest und es dir deinen Wunsch erfüllt.

Analysiere meine Körpersprache deshalb in jedem Video genau.

Wo ist mein Schwerpunkt? Mache ich mich groß und steigere meine Körperspannung, um das Pferd von mir weg zu schicken oder mache ich mich klein und gehe sogar ein paar Schritte zurück, um es zu mir einzuladen?

Wenn dein Pferd nicht bereits gelernt hat, deine Körpersprache zu ignorieren, musst du ihm viele Signale übrigens gar nicht richtig “erklären” – es versteht sie intuitiv. 

Denn auch wenn ein Pferd natürlich weiß, dass du und ich kein anderes Pferd sind, so ist es trotzdem in der Lage unsere Signale genau so wie die Signale der anderen Herdenmitglieder zu interpretieren. Es liegt in seiner Natur!

Beobachte deshalb dein Pferd bei Gelegenheit auch in der Herde genau.

Wie viel “Aufwand” braucht der Herdenchef, um ein rangniedrigeres Pferd zu bewegen?

Vor allem in unseren bunt gemischten Herden gibt es natürlich Ausnahmen, weil viele Herdenchefs eigentlich nicht für diese Rolle “gemacht wurden” und deshalb nicht wirklich souverän und eher überfordert mit ihrem Job sind.

Habt ihr jedoch einen guten Herdenchef erwischt, wirst du feststellen, dass ein angelegtes Ohr und ein Schritt auf das andere Pferd zu reichen, um es zu bewegen. Manchmal ist sogar eine langgezogene Nüster und ein Blick genug, um ein anderes Pferd auf Abstand zu halten. Und diese feine Kommunikation machen wir uns in der Freiheitsdressur zunutze.

Das Pferd auf dem Zirkel schicken

Um das Pferd auf den Zirkel zu schicken, solltest du dich groß machen, dich aufrichten und gedanklich deine Individualzone – deinen eigenen Tanzbereich um dich herum in denen niemand einfach eintreten darf – vergrößern.

Je nachdem ob dein Pferd direkt vor dir oder neben dir steht, schickst du zuerst die Schulter mit dem kreisenden Seilende oder einer Gerte auf die Zirkellinie, anschließend treibst du in Richtung Hinterhand um den Vorwärtsgang zu aktivieren. 

Damit der Weg in die richtige Richtung auch optisch für dein Pferd frei ist, ist es wichtig darauf zu achten, dass du deine Schultern nicht “vor dein Pferd” drehst und es damit ausbremst, sondern deine vordere Schulter (auf der linken Hand die linke Schulter, auf der rechten Hand die rechte) weiter nach hinten nimmst und somit leicht schräg stehst.

Achte außerdem darauf, dass nicht du rückwärts vor deinem Pferd zurück weichst, denn das animiert die Pferde nicht von dir weg auf die Zirkellinie zu gehen, sondern eher dir zu folgen.

Die Hinterhand ist dabei der “Motor”: Stehst du eher etwas weiter hinten im Mittelpunkt und schwingst vielleicht sogar noch dein Seil in Richtung der Hinterbeine, wird dein Pferd schneller werden. Drehst du dich eher nach vorne, bremst du dein Pferd.

Das Pferd zu dir her holen

Um das Pferd nun wieder zu dir her zu holen, machst du optisch den Weg nach vorne zu, indem du deine vordere Schulter nach vorne drehst.

Stell dir einfach vor, an deinen Schultern ginge eine gedachte Linie weiter, die deinem Pferd in diesem Fall jetzt den Weg versperrt.

Dadurch bremst du dein Pferd. Gehst du jetzt noch ein paar Schritte zurück und machst dich dabei eher klein, lädst du dein Pferd dazu ein zu dir zu kommen.

Pass auf, dass dein Pferd dieser Einladung nicht zu überschwänglich folgt und du dich rechtzeitig wieder aufrichtest, um nicht von deinem sehr motivierten Pferd umgerannt zu werden. 

Folgt dein Pferd deiner Einladung nicht, kannst du natürlich am Seil zupfen, um ihm eine weitere Hilfe zu geben.

Unser Ziel ist es jedoch, das Seil so wenig wie möglich zu benutzen und nur mit unserem Körper und Stimmsignalen zu kommunizieren, damit wir das Seil irgendwann weg lassen können.

Wir sollten uns deshalb auf keinen Fall an das Seil als Hilfsmittel gewöhnen – sonst wir unsere Freiheitsdressur vielleicht nie wirklich frei.

Sieh das Seil eher als “Sicherheitsnetz” an, das du von Anfang an nur im äußersten Notfall benutzt und das du dir ansonsten eher weg denkst.

Klappt das Wegschicken und Herholen gut, hast du bereits den ersten Grundstein für eine logische Kommunikation mit deinem Pferd gelegt.

Doch eure Kommunikation fängt natürlich nicht erst an, wenn du mit dem Zirkeln beginnst und sie hört auch nicht auf, wenn du den Platz verlässt.

Du kommunizierst zu jedem Zeitpunkt mit deinem Pferd und eure Beziehung wird sich enorm verbessern, wenn du deine und seine Körpersprache bewusst wahrnimmst und einsetzt – ganz egal ob du dein Pferd von der Koppel holst, es am Putzplatz putzt, zur Aufstiegshilfe führst, verlädst oder einfach für einen Spaziergang im Gelände unterwegs bist.

Mach dir bewusst wie dein Körper wirkt, was du damit für dein Pferd ausdrückst und lerne auch die Signale deines Pferdes zu lesen.

Nimm seine Mimik wahr von den Augen über die Nüstern und Lippen bis hin zu den Ohren, schau dir seine Körperspannung, den Muskeltonus an und höre zu – das wird ein ganz neues Fundament schaffen, auf das ihr langfristig in allen Bereichen aufbauen könnt. Auch unter dem Sattel!

 

In diesem Sinne ganz viel Spaß beim Üben!

Alles Liebe,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

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