• Home
  • blog

Wertvolle Gedanken im Pferdetraining: So wird Dein Pferd Dein Freund

Wann hast du denn zum letzten Mal darüber nachgedacht, was dein Pferd alles für dich tut?

Wie viel es dir schenkt? Und dir zurück gibt?

Es gibt viele Menschen, die etwas an ihrem Pferd ändern wollen.

Sie wünschen sich mehr Motivation. Mehr Energie. Eine freudigere Begrüßung. Mehr Vertrauen. Mehr Leichtigkeit in der Dressur. Mehr Ehrgeiz im Springen. Mehr Gelassenheit im Gelände.

Doch der Schlüssel ist, dass wir alle nicht unsere Pferde ändern wollen – wir müssen uns selbst ändern wollen.

Denn dann verändert sich mit unserem Verhalten auch das Verhalten unserer Pferde. 

Pferde sind nicht auf der Welt, um uns zu gefallen, auch wenn sie meistens Freude daran haben, uns eine Freude zu machen.

Doch wann hast du zum letzten Mal regelrecht eine Party mit deinem Pferd veranstaltet, weil es sich Mühe gegeben hat, dir deinen Wunsch zu erfüllen?

Tolle Pferde – eine Selbstverständlichkeit?

Der Fluch von Social Media ist der Segen zugleich:

Denn dort kannst du dir ganz viel Inspiration holen, wie ich oder auch andere Trainer mit ihren Pferden arbeiten.

Wenn du siehst, was alles möglich ist, öffnen sich oft ganz neue Türen. Denn Pferdetraining passiert viel mehr in deinem Kopf als du dir gerade vielleicht vorstellen kannst. 

Gehst du beispielsweise mit der Einstellung an eine Übung „ Das klappt sowieso nicht, schließlich geht das nicht / kann mein Pferd das nicht / kann ich das nicht“ ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die Übung tatsächlich nicht funktioniert.

Stellst du dich der Herausforderung aber mit dem Gedanken „ Wenn die das können, dann kann ich das auch!“ wird die Übung immer und auf jeden Fall funktionieren – denn die einzige Variable ist dabei dann wann sie klappen wird.

Weil du mit einer ganz anderen Ausstrahlung an die Sache heran gehst und auch Teilschritte oder Rückschritte feiern kannst – schließlich weißt du, dass das auf dem Weg zum Ziel dazu gehört 😉 

Vielleicht hast du ja schon mein Interview mit Pat Parelli gesehen?

Wenn nicht, verlinke ich es dir hier noch einmal.

Es ist auf englisch, aber in diesem Newsletter möchte ich dir ein paar spannende Gedanken mit auf den Weg geben über die Pat und ich gesprochen haben.

Einer der schönsten Gedanken war dabei für mich:

Pferdetraining ist einfach. Aber es hat niemand behauptet, dass es leicht ist.

Das trifft den Nagel absolut auf den Kopf!

Die Pferde sind nämlich immer klar und wünschen sich von uns einen einzelnen Schritt nach dem anderen. Gutes Timing. Und die Fähigkeit, sie für die Aufgabe zu begeistern.

Doch nur weil das eigentlich ganz einfach ist, ist es oft alles andere als leicht.

Oft fehlt uns der genaue Plan, den wir verfolgen können. Die Konzentration auf jeden feine Signal zu achten und zu reagieren. Und doch erwarten unsere Pferde das von uns.

Pat hat es so schön bildlich erklärt:

Unsere Pferde sind wie Jugendliche. Wenn wir als Eltern nicht verstehen wie der Computer funktioniert, werden sie schnell ungeduldig – und wir noch ein bisschen uncooler als zuvor.

Denn Pferde wollen verstanden werden.

Sie wollen nicht jeden Tag aufs Neue lang und breit erklären, wo der An- und Ausschalter des Computers ist – sie wünschen sich, dass wir ihnen wirklich zuhören, wenn sie uns etwas erklären.

Und dabei sind die meisten Pferde schnell sehr laut, wenn sie merken, dass sie wahrgenommen werden.

Unsere Aufgabe ist es, uns das Pferd zum Freund zu machen. Ganz egal wie lange es dauert!

Doch wie funktioniert das?

Der Schlüssel ist: „Deep in your heart, strong in your mind, light in your hand“ – was so viel heißt wie tief mit dem Herzen fühlen, stark und voller Selbstvertrauen im Kopf und dabei leicht und sanft in der Hand sein.

Und da haben wir es wieder: Diese 3 Punkte klingen einleuchtend und nachvollziehbar – einfach – und sind trotzdem oft schwer.

Doch auch hier gilt immer: Übung macht den Meister. Denn jede Veränderung – auch wenn sie nur in unserem Kopf stattfindet – ist am Anfang unbequem.

Dein Pferd ist aber schwierig? 

…dann ist es vermutlich ziemlich schlau und weiß, wie es Energie sparen kann 😉

Doch wenn dein Pferd dein Freund ist, dein Partner, dann wird es anfangen mit dir zu tanzen.

Pferde spielen nämlich alle unheimlich gern! Die ein oder andere Stute muss man nur etwas geduldiger aus der Reserve locken!

Und wieder steht und fällt auch bei diesem Spiel alles mit einem guten Plan.

Denn wenn du es schaffst, das Spiel mit deinem Pferd mit der Aufgabe zu verbinden, die du eigentlich erledigen möchtest, dann erlebst du wahre Magie!

Behalte jedoch immer im Hinterkopf, dass der Weg zur Magie nicht in jedem einzelnen Moment magisch sein kann.

Das Training ist ein Prozess – und dieser muss und kann (!) nicht immer aussehen wie das Ergebnis. Konzentriere dich also nicht unbedingt darauf „schön“ zu arbeiten, sondern sinnvoll und langfristig.

Schließlich kannst du nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen – und nicht alle Baustellen gleichzeitig bearbeiten 😉 Das bedeutet sich ab und an auch mal um die Ecke zu denken!

Nicht lange, aber mit der richtigen Hingabe!

Das bedeutet jedoch nun nicht, dass du dich an einer Baustelle verbeißt und sie solange bearbeitest, bis sie fertig ist. Schließlich wurde Rom auch nicht an einem Tag erbaut!

Lange Trainingseinheiten sind also nur in den seltensten Fällen wirklich effizient – denn je länger das Training geht, je weniger Pausen und Belohnung dein Pferd für seine Bemühungen bekommt, desto schneller wird es seine Motivation verlieren.

Male dir deshalb zwar große Ziele aus, doch sei mit kleinen Erfolgen glücklich – und belohne jeden noch so kleinen Schritt oft.

Du musst nicht immer eine volle Stunde trainieren um „vernünftig trainiert“ zu haben. Oft sind 20 Minuten konzentrierte Arbeit so viel sinnvoller als eine Wiederholung, die die nächste jagt.

Denn mit einem Pferd, das 20 Minuten sein Bestes gegeben hat und nicht versucht hat, 60 Minuten lang Kraft und Energie für das zu sparen, was da noch kommt, lässt es sich auch am nächsten Tag wieder viel motivierter arbeiten.

Und oft kommt man mit weniger Zeit, die gut genutzt wurde, sogar noch schneller voran 😉 

Das Ziel beim Pferdetraining

Doch geht es tatsächlich darum, „schnell“ an sein Ziel zu kommen?

Pat meint, dass es grundsätzlich nur zwei Dinge gibt, auf die wir im Pferdetraining hinarbeiten können. „Speed or Quality“ – also wie schnell wir etwas erreichen oder wie gut und nachhaltig trainiert wir etwas erreichen.

Beide Varianten haben immer ihren Preis… Mir liegt deshalb viel daran, dich dafür zu sensibilisieren, dass jedes Pferd in seinem eigenen Tempo lernt und du dich niemals mit anderen vergleichen solltest. Inspirieren lassen ja – doch unter Druck setzen und eine falscher Erwartungshaltung mit ins Training bringen – nein. 

Behandle dein Pferd am besten so, wie du selbst behandelt werden möchtest! Füttere neue Übungen mit einem Löffel. Nicht mit der Schaufel. Denn in kleinen Schritten kommt man nämlich viel schneller zum Ziel!

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß beim Vertiefen dieser Gedanken in meinem Interview mit Pat Parelli!

Und ansonsten habe ich für dich hier hoffentlich die schönsten und anschaulichsten Gedanken heraus gepickt, die dein Denken positiv beeinflussen – und so am Ende ja auch wieder dein Pferd in die von dir gewünschte Richtung lenken 😉

Viel Spaß beim Üben und philosophieren! 

Alles Liebe,

Deine Kenzie

​"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG