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Wie startest Du mit der Freiheitsdressur?

Immer wieder bekomme ich die Frage, wie man denn mit der Freiheitsdressur startet.

Darf man dann womöglich nicht mehr Reiten? Und stellt „anderes Training“ komplett ein?

Die beruhigende Antwort direkt zu Beginn: Natürlich nicht! Schließlich sollen unsere Pferd fit, gymnastiziert und im Training bleiben! Doch Freiheitsdressur und dein „reguläres Training“ gehen gut Hand in Hand.

Du wirst nur merken, wie die Freiheitsdressur einen positiven Einfluss auf alle anderen Bereiche hat. Dazu aber später mehr 😉

Wann und wo starte ich?

Um bei der Freiheitsdressur eine gute Basis zu schaffen, empfehle ich meinen Kursteilnehmern generell nochmal mit Führtraining zu starten.

 

Und je nach Trainingsstand deines Pferdes, kannst du dein Longentraining jetzt als Basiseinheit für die Freiheitsdressur „ersetzen“. Du kannst aber auch einfach in deinem alltäglichen Training vor dem Reiten mit dem Führtraining beginnen.

Das erspart dir langweiliges Schrittreiten und wärmt gleichermaßen dein Pferd und dich auf – das hat also nur Vorteile 😉

Auch nach dem Reittraining könntest du noch ein paar Führübungen, das Zirkeln oder ein paar Zirkuslektionen dran hängen.

Du solltest du dir nur darüber im Klaren sein, dass dein Pferd nach einem anstrengenden Reittraining weniger Konzentration hat, um etwas Neues zu lernen. Andererseits klappen ruhige Dinge oft besser, wenn dein Pferd nicht gerade „frisch“ aus der Box kommt und vor Energie nur so sprudelt.

Nur noch Freiarbeit?

Mit der Freiheitsdressur zu starten, bedeutet also nicht, dass du mit allem anderen aufhören musst. Die Pferde lieben es sogar, wenn etwas Abwechslung in den Alltag kommt und nicht jeden Tag das gleiche ansteht.

Oft erzielt du sogar schneller Erfolge, wenn du nicht verbissen tagtäglich an einer Lektion arbeitest, sondern alle 2-3 Tage in kurzen Einheiten ganz abwechslungsreich trainierst.

Denn das hält die Pferde fit im Kopf und gleichzeitig viel motivierter!

Du wirst aber feststellen, dass du dir mit deinem Pferd eine ganz eigene Kommunikation aufbaust – die du dann auch in euren Alltag integrieren kannst. Schließlich ist gute Kommunikation nicht nur fürs „Klassenzimmer“!

Eine neue gemeinsame Sprache muss auch nach draußen und möglichst viel gesprochen werden 😉

Du kannst das Führtraining also auch schon auf dem Weg zur Koppel und zurück, zum Putzplatz oder beim Spaziergang mit einbauen. Du wirst sehen, dass dein Pferd dabei entspannter und gelassener wird – denn mit gezielten Signalen weiß es nun ganz genau, was du dir von ihm wünschst und wo seine „Comfort Position“ ist.

Die Philosophie – eine Lebenseinstellung

Da eure gemeinsame Sprache nun auch auf den natürlichen Verhaltensweisen deines Pferdes beruht und du dein Pferd immer besser „lesen“ und verstehen kannst, wird sich das zwangsweise recht schnell auf euren Alltag auswirken.

Denn du lernst immer besser zu zuhören, auf dein Pferd einzugehen und wirst noch mehr zu dem Menschen, den dein Pferd braucht, um sich mit dir wohlzufühlen.

Deine Ausstrahlung (und die deines Pferdes) werden sich verändern – und das kannst (und solltest) du nicht abschalten, sobald ihr die Halle oder den Platz verlasst, denn davon könnt ihr beide so unheimlich viel profitieren!

Es macht ja gar keinen Sinn, wieder „stumm“ zu werden, wenn man erstmal „sprechen“ gelernt hat – auch wenn die Signale mit der Zeit immer feiner und unsichtbarer werden.

Du wirst bald merken, dass ihr schon am Putzplatz eine ganz andere Verbindung habt! Ist dein Pferd beispielsweise immer etwas getänzelt? Hat dich vielleicht auch mal geschubst? Oder sich nicht richtig entspannen können?

Wenn eure Kommunikation sich mit Hilfe der Freiheitsdressur weiter entwickelt, werden auch solche Probleme bald der Vergangenheit angehören.

Denn du weißt dann, wie du deinem Pferd überhaupt vermitteln kannst, was du von ihm möchtest und wirst zu einem „Leittier“, dem dein Pferd gerne folgt. Die meisten Pferde genießen es nämlich, wenn sie Verantwortung abgeben und sich einfach sicher fühlen können.

Selbst wenn du das Training also „separat“ startest, wird es bald in euren Alltag integriert werden – und deine gemeinsame Zeit mit deinem Pferd wird auf vielen Ebenen von diesem Training profitieren. Denn echte Kommunikation sorgt für echtes Verständnis – und eine harmonische Beziehung.

Aber Achtung!

Es kann sein, dass du fest stellen wirst, dass du vor allem an dir arbeiten musst. Vielleicht gilt es auch, einige Dinge zu überdenken! Doch Lösungen für Probleme (und sei es nur eine harmonischere Beziehung!) können nicht mit den gleichen Denkmustern gefunden werden, mit denen die Probleme entstanden sind.

Vielleicht heißt es deshalb auch für dich mal „Raus aus deiner Komfortzone“. Doch daran können du und dein Pferd nur wachsen. Und vor allem eines: Ganz viel Spaß zusammen haben!

Deshalb eine ganz klare Empfehlung: Starte noch heute vor oder nach deinem normalen Training in Richtung Freiarbeit. Das wird eure Verbindung auf eine ganz neue Ebene heben!

Viel Freude dabei!

Alles Liebe,
Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG