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Dein Pferd schnappt beim Zirkeln – was kannst Du dagegen tun?

Dass das Zirkeln leichter aussieht, als es sich dann umsetzen lässt, berichten viele meiner Kursteilnehmer.

Denn wo sich ein Raum für Kommunikation öffnet, entsteht gleichzeitig ein Raum für Missverständnisse.

Es kommt deshalb sehr häufig vor, dass extrovertierte oder sehr dominante Pferde damit beginnen, zu schnappen, zu drängeln oder zu schubsen. Das darfst du nicht persönlich nehmen – und trotzdem musst du zu deiner eigenen Sicherheit natürlich etwas dagegen tun.

Für dein Pferd sind auch diese “Unarten” im ersten Moment nur eine Form der Kommunikation, die verschiedene Ursachen haben kann.

Von deiner Körpersprache über deinen Führungsstil bis hin zur Persönlichkeit deines Pferdes – “Fehlerquellen” gibt es viele.

Beginne deshalb damit, dir zu überlegen, woher das Verhalten deines Pferdes kommt.

Die Ursachenforschung

Hat es schon immer etwas geschnappt? Schon beim Führen gerne mal gedrängelt?

Dann ist es deine Aufgabe ihm klar zu machen, dass der Bereich um dich herum (mindestens eine Armlänge!) dein persönlicher Tanzbereich ist, in den es nicht einfach hinein platzen darf – weder mit der Nase noch mit der Schulter oder den Füßen.

Und diesen Bereich musst du ab sofort konsequent “verteidigen”.

Damit meine ich jedoch nicht, dass du dein Pferd von dir weg “haust”, sondern dass du es immer wieder konsequent weg schickst, sobald es dir zu nah kommt – und das nicht erst, wenn es mit den Zähnen an deinem Arm oder den Hufen auf deinen Füßen angekommen ist, sondern sobald es deinen persönlichen Kreis betritt.

Der gilt übrigens auch nach oben – den Kopf über dich drüber heben ist also auch nicht erlaubt 😉 Das ist vor allem am Anfang schwer und sicher für euch beide eine Umstellung, doch dein Pferd wird deine konsequente Art und die festen Regeln bald zu schätzen wissen.

Korrektur = Sicherheit ≠ Dominanz

Achte aber darauf, dass du niemals unfair, grob und für dein Pferd nicht vorhersehbar wirst – denn das verschlimmert das Problem meistens eher.

Deine Emotionen musst du deshalb für eine Weile ganz weit weg schieben. Und nur die Freude über eure Arbeit solltest du in Zukunft wieder mitbringen!

Enttäuschung, Wut, Trauer oder Aggression haben gegenüber deinem Pferd absolut nichts verloren, auch wenn das vielleicht manchmal schwer ist.

Doch dein Pferd tickt anders als du, wünscht sich einen souveränen, zuverlässigen und stetigen Herdenchef – der weder nachtragend ist noch übersteigerte Erwartungen an sein Verhalten stellt. 

Deine Korrektur darf deshalb durchaus auch mal deutlich ausfallen, wenn es um deine Sicherheit geht, doch die muss im richtigen Moment und in passendem Maß erfolgen, beispielsweise genau dann, wenn das Pferd nur wenige Zentimeter davon entfernt ist, dich tatsächlich zu beißen und nicht, wenn es schon wieder 2 Meter weg ist und der Biss Minuten her.

Du hast grundsätzlich nur ein sehr kleines Zeitfenster, um das Verhalten deines Pferdes zu belohnen und so dafür zu sorgen, dass es genau dieses Verhalten häufiger zeigt.

Genau so muss deine Korrektur in genau dem einen Moment erfolgen – sonst ist es besser, dass unerwünschte Verhalten zu ignorieren, anstatt es zu spät oder im falschen Moment zu strafen.

Denn je mehr Energie du in eure “Blase” hinein gibst, desto größer ist auch die Gefahr, dass dein Pferd mit mehr Energie anwortet.

Hat dein Pferd dazu genug Raum indem es sich von dir entfernen und beispielsweise eine Runde laufen kann, kann euch eine Korrektur voran bringen – sie kann dich und dein Pferd sonst aber auch zurückwerfen.

Analysiere die Situation in der eine Korrektur nötig wäre, deshalb ganz genau.

Sei niemals nachtragend oder unfair, denn das macht die Beziehung zu deinem Pferd systematisch kaputt. Dein Pferd möchte deine Handlungen vorhersehen und sich sicher fühlen können!

Konsequenz ist deshalb das A und O!

Einmal aufgestellte Regeln sollten IMMER gelten – und betteln an der Kekstasche nicht an einem Tag belohnt werden, weil es so süß ist, und am nächsten bestraft werden. Das macht dich in den Augen deines Pferd unzuverlässig und nicht vertrauenswürdig. 

Was kann ich tun, wenn…?

Wenn dein Pferd nun beim Zirkeln nach innen drängelt und vielleicht sogar schnappt: Analysiere deine Körpersprache!

Lässt du dich vielleicht unbewusst von deinem Pferd “rückwärts schieben”? Also weichst du ihm aus?

Viele Pferde nehmen schon feinste Nuancen, kleinste Gewichtsverlagerungen wahr und beginnen mit der Zeit damit, das regelrecht “auszunutzen”, um sich dem anstrengenden Training zu entziehen oder dir klar zu machen, dass du nicht der Chef in eurer Zweierherde bist, den sich dein Pferd wünschen würde.

Hast du dich selbst dabei ertappt?

Kein Problem, wenn du in Zukunft ganz bewusst darauf achtest, deinem Pferd sobald es drängelt eher entgegen zu gehen und es von dir weg zu schicken.

In einer Pferdeherde geht es nämlich fast immer um die Frage “Wer bewegt wen?” und indem du auf das drängeln deines Pferdes reagierst und es von dir weg schickst, bewegst du dein Pferd und nicht umgekehrt.

Denk daran: Schon eine Gewichstverlagerung nach hinten reicht aus, um dein Pferd zum schubsen zu animieren!

Sei deshalb der Fels in der Brandung. Sei dir deiner Sache bewusst und übernimm du das Ruder! Denn du kannst auch ganz sanft den Kurs wechseln – du musst dir nur deiner Wirkung und Körpersprache bewusst sein und sie gezielt einsetzen. Verwechsle diese Tipps also bitte niemals mit Härte!

Kommt dein Pferd dir zu nahe kann es übrigens auch helfen, wenn du die Hand einfach etwas nach oben nimmst.

Vor allem deine Hand auf Höhe des Pferdeauges ist eine gute Variante, um dein Pferd aus deinem Bereich fernzuhalten – denn kein Pferd wird bewusst mit seinem Auge gegen deine Hand rennen. Es wird eher weichen, indem du einfach eine Grenze setzt – ganz ohne es aktiv von dir weg zu schicken.

Feine Signale erkennen

Hält dein Pferd jedoch brav Abstand und hat “nur” angelegte Ohren, solltest du nochmal genauer hin zu schauen.

Ist das Ohr wirklich richtig angelegt? Oder hört dein Pferd nur nach hinten? Oft ist das innere Ohr sogar in deine Richtung eingedreht, um dir wirklich zu zu hören. Viele Pferde legen die Ohren auch zurück, wenn sie sich sehr konzentrieren müssen – oder übermütig spielen. 

Zurück gelegte Ohren sind also nicht zwingend ein Zeichen dafür, dass dein Pferd gleich nach innen kommen und nach dir schnappen wird – dazu braucht es auch den entsprechenden Ausdruck in den Augen.

Oft werden dann auch die Nüstern deines Pferdes länglich schmal, die Augen sind zusammengekniffen und die Lippen fest aufeinander gedrückt.

Wo der konzentrierte Ausdruck endet und der drohende beginnt ist deshalb auch immer ein bisschen eine Frage der Persönlichkeit – und der Erfahrungen, die du und dein Pferd gemacht haben.

In diesem Video nehme ich noch einmal dazu Stellung und hoffe, dass du mit deinem Pferd schnell einen Weg zu einer vertrauens- und respektvollen Beziehung findest. Schließlich wollen wir unsere gemeinsame Zeit vor allem genießen und gemeinsam Spaß haben!

 

Alles Liebe,

Deine Kenzie

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