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Dein Pferd hat körperliche Einschränkungen – so klappt die Freiheitsdressur trotzdem

Nicht alle von euch haben die Chance mit einem rundum gesunden Pferd zu arbeiten.

Viele Pferde haben kleinere und größere Baustellen auf die wir Rücksicht nehmen müssen – und die ganz besondere Anforderungen an uns als Trainer stellen!

Einschränkungen beim Pferd

Am häufigsten begegnen mir in meinem Training Pferde, die durch ihr Alter, ihren Trainingszustand, Arthrose oder ähnliches einfach eine etwas längere Aufwärmphase oder einen größeren Zirkel brauchen – es gibt jedoch auch Pferde, für die ich mein komplettes Trainingssystem umbauen muss.

Blinde Pferde sind hier wohl die größte Ausnahme, denn sie können meine Körpersprache nicht sehen – und darauf ist die Art meiner Freiheitsdressur ja eigentlich aufgebaut.

Mit blinden Pferden ist das Handling etwas anders und deshalb natürlich etwas ganz besonderes!

Ich kann dir jedenfalls schon vorweg sagen:

Alle anderen Sinne sind bei blinden Pferden oft noch viel stärker ausgeprägt – und deshalb funktioniert die Freiheitsdressur auch richtig frei viel besser als es auf den ersten Blick scheinen mag!

Was gibt es bei blinden Pferden zu beachten

Das Training unterscheidet sich tatsächlich – je nachdem ob das Pferd nur auf einem Auge oder auf beiden Augen blind ist.

Denn Pferde, die nur auf einer Seite nichts mehr sehen, sind auf dieser Seite häufig schreckhafter und versuchen sie eher zu vermeiden, wohingegen ein völlig blindes Pferd ganz auf deine Signale angewiesen ist und nicht dauerhaft versucht, dich mit dem verbleibenden Auge im Auge zu behalten.

Was blinden Pferden vor allem hilft ist nicht nur eine psychische Verbindung zu dir als Trainer, sondern vor allem eine physische.

Es hilft ihnen beispielsweise, wenn deine Hand während der Arbeit an ihrem Hals, den Widerrist oder auf dem Rücken liegt – denn dann spürt das Pferd deine Nähe, weiß dass du da bist und hat eine echte und Sicherheit gebende Verbindung zu dir.

Doch lass dich nicht täuschen: Die Antennen der Pferde sind so fein, dass es auch ohne eine Berührung meist sehr genau weiß, wo du dich im Raum befindest – weil es dich zwar nicht sieht, aber sehr gut hört.

Viele blinde Pferde nehmen ja auch Zäune ganz genau wahr und wissen auch auf der Koppel immer, wo sich ihr Kumpel befindet – auch wenn all das sicher auch abhängig von der Persönlichkeit des Pferdes ist und davon, wie viel Sicherheit es sich selbst geben kann.

Womit wir quasi schon beim nächsten Punkt wären!

Denn deine Aufgabe ist es, dass sich dein Pferd bei dir sicher fühlen kann – und diese Aufgabe wird noch einmal wichtiger, wenn dein Pferd dir mehr oder weniger “hilflos ausgeliefert” ist.

Es gilt, noch mehr auf Konsequenz, das richtige Timing, Bestätigung im richtigen Moment und einen liebevollen Umgang zu achten!

Denn das sorgt für Sicherheit und Berechenbarkeit an der sich dein Pferd immer und in jeder Situation orientieren kann.

Stimmsignale – euer gemeinsamer Anker

Da dein Pferd dich nicht oder nur schlecht sehen und damit nicht auf deine Körpersprache sondern eher auf deine Körperspannung und – energie reagieren kann, bekommen Stimmsignale eine noch viel höhere Bedeutung.

Ich selbst trainiere mit meinen Pferden ja, dass sie vor allem auf Stimmsignale reagieren und meine Körpersprache mit der Zeit immer unsichtbarer wird – und damit geht das Training grundsätzlich schon in die richtige Richtung!

Bitte arbeite auch hier zu Beginn unbedingt am Seil – die Verbindung wird euch helfen, wirklich verbunden zu bleiben.

Löse das Seil also auch hier niemals zu früh, denn vor allem einem blinden Pferd gibt die Verbindung zu dir mehr Sicherheit.

Mache dir nun klar, welche Stimmsignale du für welche Lektion nutzen willst – wenn du die Stimmsignale früher oder später mischst, kommt es zu Verwirrung, die du unbedingt vermeiden solltest (auch bei einem gesunden Pferd!).

Das bedeutet, dass zuallererst du in Sachen Stimmsignale fit werden musst, bevor du deinem Pferd beibringst, welche Bedeutung sie haben.

Für mich persönlich ist dabei das Stimmsignal “Ho” am allerwichtigsten – denn es gibt keine größere Sicherheit, als dein Pferd in jedem Moment und in jeder Situation innehalten bzw. stoppen zu lassen.

Ein sicherer Stopp sorgt für deutlich mehr Sicherheit. Bei Mensch und Pferd!

Gemeinsame Routinen 

Wenn du nun mit deinem Pferd arbeitest, es begrüßt, führst oder ähnliches können gewisse gemeinsame Routinen helfen, euch mehr Sicherheit zu geben – denn mit etwas Rücksicht lässt sich auch dein blindes Pferd genauso arbeiten wie ein sehendes!

Vertrauen ist dabei eure wichtigste Basis – denn du übernimmst für dein Pferd tatsächlich die Verantwortung ihm in jeder Situation Sicherheit zu geben!

Warne dein Pferd deshalb immer vor, wenn du kommst und bevor du es anfassen willst. Ist ein Pferd erst kürzlich erblindet, kann es zu Beginn noch etwas schreckhafter sein – das legt sich in der Regel aber wieder.

Ansonsten gelten alle Grundsätze, die für das Training mit dem sehenden Pferd gelten – nur dass du deinem Pferd keine Sichtzeichen geben kannst, sondern diese Signale durch deine Stimme oder eine Berührung ersetzt.

Du kannst deinem Pferd langfristig sogar beibringen, sich auf ein Stimm-Signal nach rechts oder links zu bewegen – vielleicht inspiriert dich die Arbeit mit Holzrückepferden hier 😉

Der Gerte als Kontakt folgen

In diesem Video erkläre ich dir, wie du deinem Pferd beibringen kannst, nicht nur deiner Berührung sondern auch der Gerte zu folgen und ihm so noch präziser als nur mit Stimmsignalen den Weg zu weisen.

 

Ein blindes Pferd ist in der Regel jedenfalls nicht so gehandicapt, wie wir zu Beginn glauben! Die meisten Pferde kommen sogar sehr gut zurecht – sie machen das Training nur für dich als Trainer etwas anspruchsvoller und fordern deine Kreativität.

Hast du vielleicht ein blindes Pferd und möchtest uns an eurer Geschichte und eurem Weg in der Freiheitsdressur teilhaben lassen? Schreib mir gern eine Mail oder ein Kommentar – ich würde mich freuen!

In diesem Sinne vor allem viel Freude mit deinem Pferd – ganz egal ob und welche Handicaps es mitbringt. Es ist so vieles möglich! Und jedes Pferd bringt uns auf seine Weise etwas bei und macht uns zu einem besseren Pferdemenschen!

Alles Liebe,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

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