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Mit Deinem Pferd auf einer Messe – so klappt der Besuch!

Ganz liebe Grüße von der Americana in Augsburg!

Ich bin mit meinen Pferden schon angekommen und freue mich jetzt auf eine Woche voller Messeauftritte und viele liebe neue und alte Gesichter!

Unterwegs auf Messe

Für mich und meine Pferde ist so eine Messe immer eine anstrengende, aber vor allem auch spannende Zeit!

Denn wir verbringen so ziemlich den ganzen Tag miteinander, haben ein abwechslungsreiches Programm und ganz viele neue Eindrücke!

Oft ist es für Menschen und ihre Pferde gar nicht so leicht, aufeinander fokussiert zu bleiben, wenn sie die ersten Male so einen Trubel miterleben und mit ihrer Aufmerksamkeit bei vielen anderen Dingen sind.

Doch neue Situationen – egal ob eine Messe oder ungewöhnliche Momente Zuhause oder im Gelände – sind immer auch eine Chance, noch enger mit deinem Pferd zusammen zu wachsen.

Der Schlüssel liegt darin, die Verbindung – das unsichtbare Band – zwischen sich und seinem Pferd zu halten.

Heute möchte ich dir deshalb einfach erklären, wie mir das gelingt – und wie auch du ein Band zu deinem Pferd knüpfst, das jeder Herausforderung stand hält, ganz egal unter welchen Umständen.

Fokus – wir zusammen gegen den Rest der Welt

Wenn du mit deinem Pferd unterwegs oder in einer neuen Situation bist, ist es der erste Schritt, euch als Einheit wahrzunehmen.

Denn ihr seid gemeinsam in dieser Situation – und wollt sie gemeinsam meistern.

Trotzdem ist es der erste Schritt, Verständnis für dein Pferd zu haben.

Als Fluchttier fragt sich dein Pferd nämlich in jeder neuen Situation mehr oder weniger stark, ob Gefahr für sein Leben besteht – und ob es nicht besser wäre zu flüchten.

Bist du auf einer Messe mit einer gewissen Geräuschkulisse und vielen Menschen, wird die Situation für dein Pferd schnell schwer einschätzbar, da sich so viele Menschen bewegen und es sich kaum noch auf sein Gehör verlassen kann. So eine Atmosphäre ist also schnell eine „Reizüberflutung“ für Pferde, die das noch nicht kennen.

Nun ist es deine Aufgabe dafür zu sorgen, dass dein Pferd die Kulisse ausblenden kann. Und sich vor allem sicher fühlen kann!

Was Zuhause gilt, gilt auch auswärts!

Wie immer solltest du also in die Position des souveränen „Leittiers“ schlüpfen und den Fokus deines Pferdes auf dich lenken.

Blende wenn nötig die Welt aus – und sei ganz in deiner eigenen Welt mit deinem Pferd.

Einer Welt, die nur euch gehört – und die immer gleich ist, egal ob Zuhause, auf Messe oder im Gelände. Eure Spielregeln sind der Rahmen, der immer stabil bleibt und euch in jeder neuen Situation Sicherheit gibt.

Das bedeutet, dass du auch hier immer konsequent bleibst. Was Zuhause gilt, gilt auch hier!

Es wird also weder gerempelt noch gedrängelt – und sollte dein Pferd dazu neigen, dich am Boden „zu übersehen“ korrigierst du es ganz in Ruhe zurück in seine „Komfortzone“.

Die Führübungen sind hier nämlich Gold wert, denn sie geben deinem Pferd eine Aufgabe (die Position neben dir zu halten) in der es sich sicher fühlen kann.

Für viele Pferde ist die Ablenkung bei einer so „Routine-Aufgabe“ jedoch schnell zu groß.

Das hängt aber vor allem davon ab, welche Bedeutung du dem Führen beimisst.

Bist du denn schnell abgelenkt, wenn du dich beispielsweise kurz unterhältst? Bekommst du es mit, wenn dein Pferd sich aus der Comfort Position „schleicht“? Oder lässt du es Schrittchen für Schrittchen schieben, bevor du es zurück schickst?

Hier zahlt sich Aufmerksamkeit und Konsequenz gleichermaßen aus!

Denn sobald du mit deinem Pferd zusammen bist, sollte deine Aufmerksamkeit immer auch deinem Pferd gelten – und du solltest so konsequent sein, wie du es auch sonst bist. Denn das gibt deinem Pferd Ruhe und Sicherheit – wenn auch du ruhig und geduldig bleibst.

Vielen Pferden ist das aber wie gesagt schnell nicht „genug“.

Und da es unser Ziel sein sollte, es den Pferden immer so einfach wie nur irgendwie möglich zu machen, kannst du es deinem Pferd einfacher machen, indem du es beschäftigst.

Gib ihm Aufgaben – anspruchsvollere und abwechslungsreichere Aufgaben, bei denen es die Welt drum herum ausblenden und sich ganz auf dich und die neue Anfrage konzentrieren kann.

Das Ziel: So einfach und entspannt wie möglich!

Dein Pferd hat eine Lieblingsübung? Dann packe sie aus! Frag sie zwischendurch immer wieder ab und halte dein Pferd beschäftigt! Was genau du mit deinem Pferd machst ist erstmal egal – Hauptsache, ihr fangt an Spaß miteinander zu haben 😉

Je nachdem was für ein Charaktertyp dein Pferd ist, können anstrengende energetische Übungen dein Pferd entweder erst so richtig hoch fahren oder auspowern und dazu führen, dass es sich schnell wohler fühlt.

Genauso können ruhige Übungen dein Pferd eher „nerven“, wenn es gar nicht weiß wohin mit seiner Energie oder super beruhigen – da kennst du dein Pferd am besten.

Pauschal sagen, welche Übung für dein Pferd in solchen Momenten am sinnvollsten ist, kann man leider nicht.

Braucht dein Pferd etwas mehr Selbstbewusstsein und könnte etwas mehr aus sich heraus kommen, bietet sich beispielsweise der Spanische Schritt super an.

Der Bewegungsablauf stammt nämlich aus dem Imponierverhalten des Pferdes – es wird während des Spanischen Schritts also sozusagen größer und selbstbewusster.

Ist dein Pferd aber gerade sowieso schon frech und wiegelt sich etwas auf, wäre eine anstrengende aber versammelte Übung wie die Piaffe beispielsweise eine gute Wahl.

Du bist die Konstante

Es liegt wie immer an dir, dein Pferd durch diese Situation ruhig und beständig zu führen – und der Fels in der Brandung zu sein auf den es sich immer verlassen kann, der aber auch eine gewisse Verlässlichkeit auf der Seite des Pferdes einfordert.

Lass dich also nicht von der Atmosphäre „erschlagen“, sondern beschäftige dein Pferd.

Biete ihm etwas Bekanntes an, auf das es sich konzentrieren kann – und habt vor allem einfach zusammen Spaß! Denn das ist am Ende immer das wichtigste: Dass wir eine tolle Zeit gemeinsam mit unseren Pferden haben!

Im heutigen Video zeige ich dir ein paar Ausschnitte von meinem Auftritt auf der EQUITANA OpenAir in Mannheim. Du wirst sehen, wie viel Energie die Pferde haben – und wie viel Freude sie zum Schluss auch am Applaus haben!

 

Auch Fideo war als Jungpferd ja ein sehr ängstliches und sensibles Pferd, doch durch viel Training und die langsame Gewöhnung an die verschiedensten Reize ist er mittlerweile einfach ein souveränes Showpferd geworden, dass all die Aufmerksamkeit sogar genießen und richtig Gas geben kann 😉

Auf die Messe, fertig, los?

Natürlich ist die Atmosphäre einer Messe mit ihrer Geräuschkulisse und all dem Trubel nicht unbedingt für jedes Pferd geeignet.

Vor allem sensible und ängstliche Pferde sind von all den Eindrücken schnell überfordert, die an so einem Tag auf die einprasseln. Pferde, die schon sehr selbstbewusst sind und es vielleicht sogar genießen, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, fällt so ein Ausflug deutlich leichter!

Trotzdem kann man vieles üben – doch es braucht je nach Pferd mehr Zeit, Geduld und Ruhe.

Und weder die Erwartung, noch die Verpflichtung „ein Programm abliefern“ zu müssen. Das liegt nicht jedem Pferd, aber auch nicht jedem Menschen. Und das ist auch gut so! Nicht jeder Mensch und jedes Pferd sind für große Messen gemacht.

Du kannst diese Trainingsimpulse aber auch ohne Messeabsichten für dein Pferd mitnehmen. Denn mehr Souveränität, Selbstbewusstsein und ein stärkeres Band sind für JEDE Pferd-Mensch-Beziehung bereichernd und machen dein Pferd zuverlässiger und berechenbarer.

Ich wünsche dir also viel Spaß beim Üben, beim Träumen und beim gemeinsamen Wachsen! Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja sogar in Augsburg? 😉

Alles Liebe,
Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG