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Auch Jungpferde müssen Deine Körpersprache lernen – aber wie?

Heute möchte ich an das Training mit Jungpferden anknüpfen.

Ich möchte dir ein paar praktische Tipps und Tricks zeigen, wie du mit wenig Zeit und kleinen Trainingsimpulsen den Grundstein für ein entspanntes und gelassenes Reitpferd legst.

Denn je klarer die Regeln von Anfang an sind, desto berechenbarer wirst du für das Pferd – und umso sicherer fühlt es sich mit dir.

Dazu gehört, dass dein Fohlen oder Jungpferd weder nach dir schnappen oder treten darf. Und auch anrempeln solltest du von Anfang an unterbinden.

Auch wenn es vor allem bei Fohlen oft noch süß ist, wenn sie so extrem Nähe suchen und sich auch der Schmerz ohne Zähnchen bei einem Biss in Grenzen hält, machst du es deinem Pferd nur unnötig schwer, wenn du am Anfang Verhaltensweisen förderst, die du langfristig nicht mehr haben möchtest.

Frage dich also immer: Fände ich das auch noch süß, wenn mein Pferd ausgewachsen ist? Oder könnte dieses Verhalten zu Problemen führen?

…und handle entsprechend. Das erspart deinem Pferd und dir langfristig eine Menge Stress und Frust ?

Weg schicken und herholen

Eine der wichtigsten Übungen, die es für dein Jungpferd zu lernen gibt, ist es also, deine Körpersprache zu deuten und sich entsprechend zu verhalten. Eine gute Übung ist es also, wenn dein Pferd versteht, dass es gerne zu dir kommen darf, wenn du es einlädst indem du dich klein machst. Dann winken Streicheleinheiten und einfach eine tolle Zeit zusammen!

Es muss aber auch lernen, deinen individuellen Raum zu akzeptieren und Abstand zu halten, wenn du gerade keinen Kontakt möchtest.

Das ist für Pferde logisch absolut nachvollziehbar!

Denn auch in der Herde dreht sich vieles um die Frage „Wer bewegt wen?“ – und die ranghöheren Pferde lassen sich von Fohlen zwar oft mehr gefallen, aber auch hier werden klare Grenzen gesetzt.

Lege also zuerst für dich fest, wie groß dein persönlicher Raum ist.

Das kann oft auch mehr ein Gefühl sein, das sich von Tag zu Tag etwas unterscheidet – meistens im Zusammenhang mit der Energie, die dein Pferd mitbringt.

Denn ein ruhiges und entspanntes Pferd, das höflich nach Nähe fragt, lässt man näher an sich heran, als einen wild umher springenden Jungspund, der vor Energie nur so schäumt. Den hat man gerne etwas weiter von sich weg, um nicht umgerannt zu werden ?

In der Regel solltest du auf eine gedachte Blase um deinen Körper herum mit mindestens einer Armlänge Abstand achten – auch nach oben.

Einige Pferde haben es nämlich perfektioniert, den Kopf einfach oben über den Menschen drüber zu heben und wenn man Pech hat, erwischt einen dieser Kopf irgendwann am eigenen Kopf.

Stell dir deinen persönlichen Raum also nicht nur als Blase vor, sondern als Säule, die sich auch nach oben in den Himmel erstreckt.

Mit diesem Bild vor Augen wird es dir leichter fallen, dir den Platz zu verschaffen, in dem du dich wohl fühlst. 

Das wichtigste ist, dass du deinem (Jung-) Pferd dabei nicht unbewusst immer wieder ausweichst. Denn dann schaffst du dir in deiner Wohlfühlzone zwar Platz, aber das Pferd wird – je nach Lust und Laune – immer mehr Raum von dir fordern, weil du vor ihm weichst.

Ist eure Beziehung erst einmal gefestigt und ihr könnt einander vertrauen, ist die dieser Fokus nicht mehr so essentiell (außer bei sehr dominanten und extrovertierten Pferden, die deinen Raum immer wieder in Frage stellen), aber wir wünsche uns ja höfliche Pferde, die eine Situation nicht ausnutzen, sondern uns gerne gefallen möchten. Und dafür gilt es das Fundament zu bauen!

Oft höre ich die Ausrede „Ja, der ist halt noch jung!“ – aber diesen Satz möchte ich nicht gelten lassen, außer du und dein Pferd sind erst seit kurzem ein Team.

Denn junge Pferde probieren zwar immer wieder aus, ob sich Grenzen verschieben lassen, sie sind aber durchaus in der Lage sich an Regeln zu halten – denn in der Pferdeherde können sie das auch!

Wenn du dein Pferd auf Abstand bringen oder halten möchtest, machst du dich deshalb groß, richtest deine Wirbelsäule auf und bist präsent. Statt dir Raum zu verschaffen, indem du vom Pferd weg gehst, gehst du auf das Pferd zu und lässt dir von deinem Raum geben.

Das funktioniert deutlich besser, denn so lernt dein Pferd vor dir zu weichen anstatt dich „vor sich her zu treiben“.

Möchtest du wieder mehr Nähe, wird deine Körpersprache und -spannung weicher, du machst dich eher etwas klein und lädst das Pferd so wieder zu dir ein.

Geduld trainieren

Eine gute Übung um mit deinem Pferd Geduld zu üben, ist übrigens das „Parken“ auf einem bestimmten Platz.

Wenn du das mit deinem Jungpferd übst, wirst du später in vielen Situationen davon profitieren, z.B. wenn du die Reithalle verlässt und dein Pferd davor warten muss, bis du das Tor hinter euch geschlossen hast. Oder du einen Haufen abäpfeln musst und beide Hände frei haben möchtest. Oder wenn du etwas vergessen hast und nochmal kurz in die Sattelkammer möchtest.

Oder…

Du kannst das Stehen bleiben grundsätzlich an jedem beliebigen Ort, der eingezäunt ist, üben. Vielen Pferden fällt es aber leichter, wenn sie auch noch eine „optische Stütze“ haben, zum Beispiel eine Plane auf der sie stehen bleiben sollen (nur wenn dein Pferd mit der Plane entspannt ist!) oder eine Stange vor der sie parken. Das ist aber nur eine Hilfe und nicht zwingend notwendig.

Nun stellst du dein Pferd also auf den von dir gewünschten Platz und gibst dein Stimmkommando.

Meines ist „Ho“ und bedeutet, dass meine Pferde bei allem was sie gerade tun (später also z.B. auch im Liegen) innehalten und „verharren“ sollen.

Dann entfernst du dich ein oder zwei Schritt von deinem Pferd und machst dich dabei passiv groß.

Bleibt dein Pferd einen Moment lang stehen, gehst du sofort wieder zu ihm und belohnst es. Bewegt es sich, stellst du es ruhig und gelassen wieder an seine ursprüngliche Position und versuchst es erneut.

Vor allem Anfang ist es sinnvoll, dein Pferd dabei locker am Strick zu halten, sodass es nicht einfach weg laufen und sich der Übung so entziehen kann.

Verlange aber nicht zu viel von deinem Pferd und denke immer daran, dass vor allem junge Pferde sich noch nicht so lange konzentrieren können.

Klappen 3-5 Wiederholungen also gut, beendest du die Übung besser mit einem Erfolg. Vielen Pferden wird die Übung nämlich schnell langweilig und es braucht Zeit, die Geduldsspanne deines Pferdes Stück für Stück zu verlängern.

Lass es niemals so weit kommen, dass dein Pferd frustriert ist, sondern versuche die Trainingseinheiten so kurz zu halten, dass dein Pferd immer mit Motivation bei der Sache bleibt.

Klappt das gut, kannst du dich mit der Zeit immer weiter von deinem Pferd entfernen oder sogar um es herum laufen.

Behalte dein Pferd dabei gut im Auge – denn du solltest es nicht übertreiben.

Dein Pferd lernt nämlich am schnellsten, wenn du dafür sorgst, dass es gar keine Fehler macht. Und es liegt in deiner Verantwortung zu erkennen, wie viel dein Pferd heute in dieser Situation leisten kann – und an diese Grenze solltest du dich maximal herantasten.

Mach es deinem Pferd leicht, das Richtige zu tun!

Vergiss deshalb nie, die Dauer der Übung an die Konzentration und den Ausbildungsstand deines Pferdes anzupassen!

Neben dem Führen, dem Hufe geben und dem Putzen ist das eine der wichtigsten Übungen für mich, die den Alltag später unheimlich erleichtern.

Im heutigen Video erkläre ich dir deshalb nochmal, was du tun kannst, wenn du schon beim Putzen oder Führen ein Problem mit deinem Pferd hast – und was passieren kann, wenn der Grundstein nicht so richtig gelegt wurde. Denn dann können solche Pferde auch nach der Pubertät noch recht lustig sein ?

 

In diesem Sinne viel Spaß beim Üben!

Alles Liebe,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

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