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So hast Du mit Deinem Pferd Spaß im Wasser

Es ist Sommer – im wahrsten Sinne des Wortes!

Strahlender Sonnenschein, 30 Grad oder mehr – da bleiben uns für ernsthaftes Training mit unseren Pferden nur noch die Morgen- oder Abendstunden.

Denn wenn unser Pferd schon im Stehen schwitzt, ist es meist keine gute Idee den Kreislauf mit anstrengendem physischen Training zusätzlich zu belasten.

Doch beschäftigt werden wollen unsere Pferde ja trotzdem! Was passt also besser als ein spannender Ausflug zum kühlendem Bad im See? Oder direkt eine Runde schwimmen? 

Heute möchte ich dir deshalb ein paar Tipps zum Baden mit Pferd geben – vor allem wenn sich dein Pferd bisher nicht als Wasserratte entpuppt hat.

Die meisten Pferde sind mit ein paar Tricks dann doch recht schnell von den schönen Seiten des Wassers zu überzeugen. 

..übrigens auch, wenn dein Pferd Pfützen für unüberwindbare Gräben hält und Abspritzen mit dem Wasserschlauch eher nicht so im Trend liegt 😉 

Wie wirkt Wasser auf Pferde?

Wenn du mit deinem Pferd zum ersten Mal am Wasser bist, ist die richtige Stelle Gold wert!

Denn wenn du noch nicht weißt ob dein Pferd Wasser mag – oder du sogar das Gefühl hast, dass es kein großer Wasserfan ist weil es schon jede Pfütze für die Weiten des Ozeans hält – ist der „erste Kontakt“ schnell entscheidend.

Fang deshalb am besten nicht direkt mit dem Meer an.

Die Weite am Strand und die Bewegung im Wasser durch die Wellen verunsichern Pferde nämlich sehr schnell. Die einen sind vor lauter Freiheit dann fast kopflos, die anderen panisch weil sie die Wasserbewegung einfach gar nicht einschätzen können.

Am besten wäre deshalb ein See oder ein ruhiger Fluss ohne Strömung, damit mehr das Pferd das Wasser bewegt als umgekehrt.

Außerdem sollte der Untergrund passen! Die meisten Pferde reagieren nämlich nicht wegen des Wassers ängstlich, sondern weil sie den Boden nicht einschätzen können. 

Abgesehen davon, dass Pferde sich schwer damit tun die Wassertiefe richtig einzuschätzen, war es für sie seit jeher überlebenswichtig, guten Halt zu haben um jederzeit vor Gefahren flüchten zu können.

Der Boden im Wasser ist aber oft matschig und tief – und versinkt das Pferd erst im Schlick wird der Überlebensmodus bei den meisten Pferden wieder eingeschaltet… Gleiches gilt für sehr steinige oder glitschige Untergründe.

Achte also unbedingt darauf, dass der Boden fest und im besten Fall sandig ist, um deinem Pferd eine positive Erfahrung zu ermöglichen.

Außerdem ist es hilfreich, wenn dein Pferd wirklich flach ins Wasser gehen kann – ohne steilen Abhang oder gar eine Stufe zum Wasser hin, das kostet nämlich meist mehr Überzeugungsarbeit ?

Darf ich bitten?

Hast du eine geeignete Stelle gefunden, kann ich es nur von Herzen empfehlen, dass du dich beim ersten Mal als souveräner Herdenchef voraus in die Fluten stürzt und dein Pferd ins Wasser führst.

Die meisten Pferde vertrauen mehr ins kühle Nass, wenn sie sehen, dass du nicht untergehst und gehen dann entspannter hinterher. 

Behalte dein Pferd beim Einstieg ins Wasser aber unbedingt gut im Blick! Vor allem wenn es deinen Tanzbereich gerne mal missachtet und dir auf die Füße tritt – hier macht gutes Training an der Basis wie den Führübungen wirklich einen Unterschied.

Viele Pferde fassen sich nämlich ein Herz und springen dann kurzerhand ins Wasser – und dabei schubst nicht selten mal ein Pferd und lässt seinen Menschen direkt zu Beginn baden gehen…

Dein Pferd ist im Wasser nervös?

Vielen Pferden hilft es in Bewegung zu bleiben.

Denn Bewegung baut überschüssige Energie ab und so manches Pferd hat dann doch nach kurzer Zeit beim Planschen großen Spaß!

Auch Longieren oder Freiarbeit könnte eine tolle Option sein – denn das Treten im Wasser fordert und fördert die Muskeln enorm!

Denk aber daran, dass jedes Training im Wasser deutlich anstrengender ist als an Land. Du solltest daher nicht die gleiche Leistung von deinem Pferd verlangen, sondern deutlich weniger – wenn du gemeinsam mit deinem Pferd durchs Wasser joggst wirst du schnell merken, wie viel der Widerstand im Wasser ausmacht ?

Doch es ist das perfekte effiziente Muskeltraining!

Schwimmen – so habt ihr beide Freude daran!

Ein tolles Training ist dabei natürlich auch das Schwimmen! Nicht umsonst werden Unterwasserlaufbänder und Co. für Reha-Pferde gern genutzt. 

Wenn du mit deinem Pferd schwimmen gehen möchtest, kann ich dir auf jeden Fall nur wieder empfehlen mutig voraus zu gehen.

Denn auch in mehr – oder wie hier weniger – alltäglichen Situationen wachst ihr am Boden auf einer ganz anderen Ebene zusammen, wenn ihr Herausforderungen gemeinsam meistert! Die Freiheitsdressur voller Vertrauen ist ja sowieso mehr eine Lebenseinstellung als Training für dich und dein Pferd ? 

Am Boden kannst du außerdem viel besser einschätzen, ob dein Pferd ein guter Schwimmer ist oder noch etwas Nachhilfe braucht.

So manches Pferd ist nämlich kurzzeitig schon unter seinem Reiter untergegangen, wenn der es während des Schwimmens falsch belastet hat. Aber auch hier macht Übung wie immer den Meister!

Am besten gehst du also voraus und lässt dich, sobald dein Pferd wieder Richtung Ufer schwimmt, von ihm an Land ziehen. Dein Pferd wird nämlich deutlich schneller schwimmen als du! 

Achte deshalb darauf, nie hinter dein Pferd zu kommen, sodass du nicht die paddelnden Hinterhufe ab bekommst – das kann nämlich schnell schmerzhaft werden! Besser ist es, wenn du dich mit einer Hand an Mähne auf Höhe des Widerrists festhältst oder am Halsring. Dort bist du nämlich vor Tritten ziemlich sicher.

Feststeht: Ihr werdet im Wasser sicher beide ganz viel Spaß haben!

Denn so ein Ausflug ins Wasser ist einfach immer ein besonderes Erlebnis – vor allem wenn es draußen so heiß ist, dass der Badeausflug die perfekt Abkühlung ist!

Das positive Erlebnis wird euch auf jeden Fall zusammenschweißen. Denn solche Abenteuer machen nicht nur dir Spaß!

Und dein Pferd gewinnt durch solche Erlebnisse nicht nur Vertrauen in sich und die Situation (z.B. das Wasser) sondern auch in dich als gutes Leittier eurer Zweierherde!

Im heutigen Video zeige ich euch statt Wasser wie ich mit Sasou die Überquerung einer Plane meistere – denn die Herangehensweise bleibt die gleiche 😉 

 

Mit der tollen Erfahrung im Wasser steht dann jedenfalls auch einem Ausflug ans Meer bald nichts mehr im Weg!

Und jetzt mal Hand aufs Herz: Gibt es wirklich ein Pferdemädchen, das nicht davon träumt, einmal im Leben mit seinem Pferd am Strand entlang zu galoppieren? 

…ich glaube nicht! Und kann nur sagen, dass das Meer definitiv immer etwas besonderes bleiben wird!

Alles Liebe und ganz viel Spaß beim gemeinsamen Planschen,

Deine Kenzie

"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG