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So wärmst Du Dein Pferd richtig mit den Basics der Freiarbeit auf

Und da ist er plötzlich: Der Herbst. Auch wenn ich noch nicht mit dem Sommer abgeschlossen habe, ist die Kälte und Nässe nicht mehr zu leugnen.

Doch ganz so kalt wie wir es empfinden ist das aktuelle Wetter für die meisten Pferde nicht. Viele Pferde blühen bei diesen Temperaturen jetzt erst richtig auf!

Wusstest du, dass die Wohlfühltemperatur von Pferden zwischen 5-15 Grad liegt?

Das kann ich von mir jedenfalls nicht behaupten 😀 Mit den sinkenden Temperaturen sinkt meistens jedenfalls auch meine Motivation im Vergleich zum Sommer. 

Deshalb möchte ich dir heute ein paar Tipps geben, wie nicht nur du gut gelaunt durch den nasskalten Herbst kommst, sondern auch dein Pferd Spaß am zwingend notwenigen Aufwärmen hat – und du die Zeit dabei abwechslungsreich gestalten kannst.

Fangen wir mit deiner Motivation an! 

Bei den nassen und kalten Temperaturen fällt es uns schon mal deutlich schwerer uns aufzuraffen.  Schließlich ist es daheim so viel kuschliger und wenn du nicht zum Misten oder Füttern in den Stall musst.

Um deinen inneren Schweinehund zu überwinden hilft vor allem eine Sache: Schnell „einfach machen“!

Je nachdem, was für ein Typ du bist, kann es auch helfen, wenn du dich nach der Arbeit oder Schule gar nicht erst lange zum Ausruhen hin setzt, sondern direkt weiter gehst. Denn sind wir erstmal am Stall, kommt der Spaß ja von ganz alleine 😉

Es kann außerdem helfen, wenn du dir feste Dates mit deinem Pferd ausmachst. Denn steht dein Pferd als Termin im Kalender, denkst du in der Regel viel weniger darüber nach und gehst einfach los.

Abgesehen davon ist meine größte Hilfe: Die richtige Kleidung. Warm eingepackt können draußen nämlich auch arktische Temperaturen herrschen – solange deine Jacke und deine Füße warm sind, stört das meistens dann nicht.

Die Motivation deines Pferdes

Bist du nun im Stall angekommen, heißt es also dein Pferd zu motivieren – wenn es nicht aufgrund der Temperaturen eh schon vor Energie sprüht! 

Ganz egal wie: Denk auf jeden Fall daran dein Pferd jetzt noch bewusster Aufzuwärmen als im Sommer. 10-15 Minuten sind Minimum bei kälteren Temperaturen, wenn du die Gelenke und Sehnen deines Pferdes schonen möchtest.

Doch Aufwärmen muss nicht langweilig sein – und muss auch nicht heißen stumpf auf dem Platz oder in der Reithalle die Zeit beim Schritt am langen Zügel totzuschlagen!

Raus ins Abenteuer

Wenn dein Pferd eher zu den ruhigeren Charaktertypen gehört, könntest du das Aufwärmen direkt mit einem kleinen gemeinsamen Spaziergang nutzen. Das ist schon mal deutlich spannender und tut beiden gut! 

Es stärkt nicht nur die Bindung, wenn ihr gemeinsam Abenteuer erlebt – es sorgt auch dafür, dass du vor dem „richtigen Training“ mit deinem Pferd den Kopf frei kriegen und den Alltagsstress endgültig fallen lassen kannst.

Und dann kann es auch entspannt mit dem Training losgehen 😉

Möchtest du in der Halle bleiben, kannst du das Aufwärmen aber trotzdem abwechslungsreicher gestalten. Zu allererst bedeutet das sich vom Hufschlag zu lösen. Du kannst Hufschlagfiguren einbauen, wenn du direkt reiten möchtest. Du kannst jedoch auch am Boden Führübungen einbauen, um die Basics in der Freiheitsdressur wieder aufzufrischen.

Lege deinen Fokus dabei darauf, das Seil (oder den Zügel) nicht zu benutzten – ganz egal ob du läufst, anhälst, rückwärts gehst oder wieder los läufst.

Achte darauf, dein Pferd nur über deine Körpersprache zu steuern und ihm mit deiner Körperspannung und -energie, die richtigen Impulse zu geben. 

Der Feinschliff an der Führübung

Das bedeutet, dass du dich zum loslaufen leicht nach vorne lehnst, dein Gewicht schon in die Bewegungsrichtung verlagerst, dein Stimmsignal gibst und mit der Hand in der du das Seil hältst in die Bewegungsrichtung „deutest“ ohne am Seil zu ziehen.

Reagiert dein Pferd daraufhin nicht mit loslaufen, kannst du mit der Gerte ohne deine Körperhaltung zu verändern einen Impuls in Richtung Hinterhand geben. Erst dann zupfst du am Seil, falls dein Pferd nicht los läuft. 

Möchtest du anhalten, gibst du deinem Pferd das Stimmsignal und nimmst die Gerte als optischen Verstärker nach vorne oben – erst dann hältst du wirklich an.

Denn dein Pferd hat nicht nur 2 sondern 4 Beine – es braucht also einen Hauch länger um zu stoppen, vor allem später, wenn du aus einer höheren Gangart stoppen möchtest als beim Aufwärmen im Schritt.

Möchtest du rückwärts gehen, verlagerst du dein Gewicht nun nach hinten. Die Gerte kann hier optisch vorne helfen, dein Pferd zurück zu schicken. Das Seil ist wieder nur die letzte Option um dein Pferd mit Impulsen – nie mit einem dauerhaften Zug! – zurück zu schicken.

Du kannst das Anhalten im übrigen verbessern, indem du eine Weile lang bzw. Immer wieder beim Anhalten rückwärts gehst. Denn damit denkt dein Pferd schon beim Stoppen rückwärts und setzt sich dadurch mehr auf die Hinterhand und stoppt schöner.

Unsichtbare Impulse – größte Faszination

Fange bei jeder Übung unbedingt immer wieder mit dem kleinsten Impuls – der Körpersprache und deiner Stimme – an, damit dein Pferd die Chance hat, immer feiner auf deine Anfragen zu reagieren.

Setzt du beispielsweise von Anfang an die Gerte ein, wird dein Pferd immer erst auf die Gerte reagieren, weil du ihm gar keine Chance lässt, auf ein anderes Signal loszulaufen.

Für die Freiarbeit ist jedoch dein wichtigstes Instrument zur Kommunikation mit deinem Pferd dein Körper – und das muss dein Pferd natürlich erst lernen.

Auch wenn du schon Fortgeschrittener bist schadet es übrigens nicht, immer wieder zu diesen Basics zurück zu gehen. Denn mit der Zeit neigen wir oft dazu etwas zu „schludern“ und unserer Signale zu „verwässern“ oder das Pferd eher zu desensibilisieren anstatt zu sensibilisieren. 

Das Aufwärmen ist also auch für Fortgeschrittene immer eine gute Überprüfung, ob die Kommunikation noch passt oder es Verbesserungspotential gibt.

Im heutigen Video erkläre ich dir nochmal ganz ausführlich, was du tun kannst, wenn dein Pferd beim Loslaufen nicht mitkommt oder sogar nach dir schnappt.

Vor allem junge oder dominante Pferde brauchen hier manchmal etwas länger – doch für eure Beziehung ist dieses Basisarbeit dann umso wertvoller!

 

Schau dir genau an, wo du “dein Haus” baust!

Außerdem gilt: Je stabiler das Fundament, desto mehr Leichtigkeit und Freude auch in den höheren Lektionen. Denn auf eine stabile Basis kann man hohe Türme bauen 😉

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Aufwärmen ohne Frieren – wenn du dich am Boden mit bewegst statt direkt kalt in den Sattel zu steigen, bist du auf jeden Fall direkt fitter für deine Reitstunde 😉

Alles Liebe,

Deine Kenzie

​"So startest Du erste Führübungen in der Freiarbeit..."

DIE ERSTE FÜHRÜBUNG